
Liebe Weidgenossinnen und Weidgenossen,
schon wieder ist ein Jahr fast vorbei. Im Jahr 2025 bestand die Jägerschaft 35 Jahre. Es war auch das Jahr des 35-jährigen Bestehens des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt. An der Festveranstaltung in Dessau, dem Gründungsort, nahmen auch Mitglieder unserer Jägerschaft teil. Die nach einer Umfrage zur Mitgliederversammlung 2024 geplante Jubiläumsveranstaltung unserer Jägerschaft im September 2025 musste leider mangelnder Beteiligung ausfallen.
Der im April ausgelaufene Jägerkurs mündete in der anschließenden Jägerprüfung mit neu zusammengesetzter Prüfungskommission. Hier konnten wir junge Mitglieder unserer Jägerschaft als Prüfer gewinnen.
Die gestiegenen Kosten für das Ausbildungsmaterial des Jungjägerkurses und die Erhöhung der Kursgebühren auf 950 €, können als moderat bezeichnet werden und haben den Bewerbungszahlen für unseren Kurs nicht sinken lassen. Auch der Zugang für den digitalen Jagdtrainer von Heintges als Paketinhalt, entspricht den Erwartungen der jungen Generation für modernes Lernen.
An dieser Stelle möchte sich der Vorstand auch beim Forstbetrieb Ostharz ganz herzlich bedanken, der seit Jahren unsere praktische Ausbildung durch die Beteiligung an den Drückjagden unterstützt und dabei auch das praktische Aufbrechen an erlegten Stücken ermöglicht. Diese Unterstützung kann nicht hoch genug gewürdigt werden, da dies nicht nur von unseren Kursteilnehmern, sondern auch von den Jagdgästen des Forstbetriebes Ostharz gern als „Beobachter“ als Fortbildung angenommen wird. Wer kommt schon in den Genuss unter tierärztlicher Aufsicht den gesamten Aufbruch mal „unter die Lupe zu nehmen“ und sein Wissen aufzufrischen.
Mit der digitalen Trefferanzeige auf dem Schießstand konnten wir den Landkreis überzeugen, die Schießprüfung auf dem Schießstand in Gerbstedt erstmals durchzuführen.
Dieses Erfolgserlebnis hat den Vorstand bewogen, über den weiteren Ausbau in Richtung digitaler Trefferanzeigen auf weiteren Schießbahnen nachzudenken. Mal sehen, ob sich hier in 2026 weitere Möglichkeiten anbieten.
Unser Jungjägerkurs 2025/2026 startete im Oktober planmäßig mit 12 Teilnehmenden, die voraussichtlich am 8./9. Mai 2026 die Jägerprüfung im Landkreis Mansfeld-Südharz ablegen werden.
Wie auf unserer Mitgliederversammlung 2024 bereits kundgetan, beteiligten wir uns finanziell gemeinsam mit den anderen Jägerschaften des Harzes an der Generhaltung des Muffelwildes. Die Errichtung eines Gatters zur Sicherung der Genetik unseres Muffelwildes ist abgeschlossen und die ersten Stücken Muffelwild haben Einzug gehalten.
Aus den bisherigen Rückläufen der Drückjagden sind die Strecken Schwarz- und Rotwild gut ausgefallen. Rehwild ist erwartungsgemäß im Harzbereich geringer ausgefallen, da auch hier die Anwesenheit des Luchses erheblichen Einfluss ausübt. Beim Muffelwild sind ja nur männliche Stücken frei, so dachte zumindest der Vorstand. Leider musste aber festgestellt werden, dass in verschiedenen Jagdbezirken des Landkreises Mansfeld-Südharz weibliches Muffelwild gestreckt wurde. Daraufhin wurde vom Vorstand interveniert. Es stellte sich jedoch heraus, dass in Summe 40 Stück Muffelwild im Landkreis, auch weiblich und Lämmer, freigegeben wurden. Für 2026 hat der Vorstand darum gebeten, im Muffelwildvorkommen Harz künftig kein weibliches Wild und Lämmer freizugeben, damit ein gleiches Verwaltungshandeln beider Landkreise nachvollziehbar wird. Der Umgang mit Muffelwild, insbesondere mit dem Vorkommen des Muffelwildes um Riestedt, sollte gesondert geregelt werden. Der Vorsitzende hat dem Landkreis und dem Jagdbeirat zum Umgang mit dem Muffelwild Hilfe und Unterstützung angeboten.
Die in den letzten Jahren auftretende Blauzungenkrankheit stellt eine neue Bedrohungslage für unser heimisches Wild dar. Bei mehreren Stücken wurde durch Beprobungen der Virus im Harz nachgewiesen werden. Deshalb bei erlegten Stücken auch nach den Anzeichen für die Blauzungenkrankheit suchen.
Nach wie vor haben sich die Einstandsgebiete durch die großen Kahlflächen im Forst verändert und der Einfluss des Großraubwildes ist merklich zu spüren.
Glücklicherweise hat uns die ASP im Land dieses Jahr auch nicht erreicht, welches nicht nur die schweinehaltenden Betriebe zuversichtlich stimmen dürfte. Beim Thema Schwarzwild und ASP dürfen wir nicht nachlassen. Auch wenn noch keine Befunde in den Jagdgebieten nachgewiesen wurden, nimmt das Thema Prävention an Wichtigkeit zu.
Unsere Jahreshauptversammlung konnten wir dieses Jahr mit reger Beteiligung in gewohnter Weise durchführen und ich möchte schon auf den Termin der nächsten Mitgliederversammlung am 20. März 2026 hinweisen.
Da die Legislaturperiode für den Vorstand ausläuft, wird der 20. März 2026 auch die Neuwahl des Vorstandes beinhalten. Unser Schatzmeister und der 2. stellvertretende Vorsitzende werden nicht mehr zur Wahl antreten, so dass neue Kandidaten für beide Ehrenämter aus den Reihen der Mitglieder gefunden werden müssen. Hier ist der Vorstand im aktiven Austausch mit potentiellen Bewerbern. Freiwillige für Vorstandsämter sind herzlich willkommen und können sich beim Vorstand oder den Hegeringleitern melden.
Liebe Weidgenossinnen und Weidgenossen, wie in den letzten Jahren auch, noch ein Wort in Sachen Vereinsarbeit und Erreichbarkeit der Mitglieder. Kommunikation ist weiter ein sehr wichtiges Element in der Vereinsarbeit. Um alle Informationen schnell und direkt an alle Mitglieder weiterzuleiten, müssen wir uns den modernen Medien bedienen, auch wenn es manchmal nervt. Die Erreichbarkeit hat sich leider in den letzten Jahren nur unwesentlich verbessert. In den zurückliegenden Jahre hatte ich mich hierzu schon ausgiebig geäußert.
Bitte teilt uns die aktuellen Mailadressen mit, damit nicht nur die Einladung zur Mitgliederversammlung die Empfänger erreicht, sondern auch Informationen direkt erfolgen können und somit zeitnah an die Mitglieder weitergeleitet werden könne ohne den Umweg über die Hegeringe. Direkt ist eben schneller und entspricht auch dem Wunsch vieler Mitglieder.
Liebe Weidgenossinnen und Weidgenossen, der Vorstand der Jägerschaft Hettstedt möchte es nicht versäumen, allen eine besinnliche Adventszeit, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2026 sowie ein kräftiges Weidmannsheil zu wünschen.
Weidmannsheil
Der Vorstand